Bild Ton Raum
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens. In deinem Licht sehen wir das Licht (Psalm 36,10). Die Kapelle als Resonanzkörper: ein Ort zwischen Stille und Klang. Zwischen Sonne und Fließen. Zwischen See und Fisch. Dem Verborgenen und dem Sehen. Du und ich. Licht im Licht. Die heilige Zwei. Acryl und Holz. Objekt und Faden. Wort und Raum. Bewegtbild und Ton. Are you human or a fish? Ein Raum der Sonne und zum Eintauchen. Zwei lichtvolle Tage der offenen Tür. Design ist die Sonne, Gestaltung die Kunst. Herzlich willkommen!
Ausstellung im Rahmen der Ateliertage Hemmingen 20.6. 21.6. 11—18 Uhr Kapelle Hemmingen Gast: Kaiak (Video/Ton) Gerne zudem Kopfhörer mitbringen! Infos zum Rahmenprogramm mit Konzerten, Flohmarkt sowie Kaffee und Kuchen im Alten Fuhrhof um die Ecke.
Hintergrund
In ihrem Atelier im Hemminger Alten Dorf arbeitet Anja Leidel als Gestalterin für Marken, Bücher und Museen, mit Augenmaß und Poesie im Detail, zuletzt an der Philipp Klein-Ausstellung im Landesmuseum Hannover. Für zwei sonnige Tage im Juni zieht ihr Schaffen in die Kapelle Hemmingen ein: Kunst und Grafik zeigt sich an einem Ort des Schutzes, der Einkehr. Acryl und Holz, Papier und Keramik, Wort und Ton arrangieren sich zum Rahmen für ein Innehalten. Sonst Verborgenes wird sichtbar: handgemachtes Material für digitale Arbeit, wie auch die Bildschirmeinsamkeit unserer Zeit, werden einen Moment lang ins Licht geholt. Raum entsteht, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Design ist die Sonne, Gestaltung die Kunst.
Video/Audio/Installation
Kaiak 2026
Angeregt durch Objekte von Anja Leidel, zu denen Kaiaks erste Assoziation »Seezeichen« war, entstand diese, die Raumsituation der Hemminger Kapelle ergänzende Medieninstallation.
Der Hafen steht hierbei für Sicherheit, Meerjungfrauen sowohl für die Verlockungen als auch die Gefahren der See — wenn man nämlich den sicher erscheinenden Hafen verlässt und sich auf die offene Weite der Meere hinausbegibt.
See und Hafen können als für das ganze Leben symbolisch verstanden werden, denn sie teilen die Menschen in zwei das Wissen um mögliche Gefahren teilende Gruppen: die Einen, die im vorgeblich sicheren Hafen verbleiben und die Anderen, die es immer wieder auf die offene See hinauszieht.
Künstlerisch beeinflusst von Nam Jun Paik, Fluxus, einer »elektronischen« Auslegung der Arte Povera, den »Genialen Dilettanten« der 1980er Jahre, und der Postmoderne höchstselbst.
Kaiak arbeitet dabei schon immer mit den »abgelegten« Dingen der elektronischen Weltgeschichte, so wie es Genosse Paik trefflich formulierte: »Eines Tages werden Künstler Werke aus Violine und Abfall machen« und ebenfalls, dass es darum gehe, »wie man geringe Wiedergabetreue erreicht. Hohe Treue ist in der Musik seit ... Cage tot, in der Ehe seit Dr. Kinsey und im Fernsehen seit uns.«